Modern Arnis – die philippinische Kunst der Selbstverteidigung

Remy Presas und Heiko Dernedde (1995)Am 19.12.1936 wurde Remy Presas, der Vater des Modern Arnis, geboren. Er begann schon im Alter von 6 Jahren mit dem Arnis-Training und erlernte die Grundlagen dieser Kunst. Im Alter von 14 Jahren begann er durch die Philippinen zu reisen und Arnis bei den verschiedenen Meistern zu trainieren. Er lernte in Cebu, Panay, Bohol und in Leyte. Unter verschiedenen Meistern der philippinischen Kampfkünste meisterte er den Balintawak Stil. Er trainierte ständig weiter, um sich zu perfektionieren, und entwickelte dabei Techniken und Prinzipien, mit denen er die Techniken des klassischen Arnis kontern konnte.

Remy Presas veränderte auch die Art zu unterrichten und modifizierte die Techniken des alten klassischen Arnis, um Verletzungen zu vermeiden. So wurde es jedem interessierten Schüler möglich, Arnis ohne Gefahr für die Gesundheit und ohne Verletzungen zu erlernen.

Eines der Grundkonzepte des Modern Arnis ist die Übertragbarkeit der Techniken: Der Stock bildet keine separate Einheit, sondern wird vielmehr als eine Verlängerung des Armes verstanden. Dadurch können alle im Modern Arnis erlernten Techniken sofort auf andere (Alltags-) Gegenstände übertragen werden. So ist es einem fortgeschrittenem Arnis-Schüler jederzeit möglich, sich z. B. auch mit einem Regenschirm, Gürtel oder Kugelschreiber effektiv zu verteidigen. Für die Verteidigung kommt es dabei weniger auf Kraft und Kondition, sondern vielmehr auf Technik und Koordination an.

Leider ist Großmeister Presas am 28.08.2001 im Alter von nur 64 Jahren verstorben. Wir werden sein Andenken im Herzen bewahren und durch die von ihm geschaffene Kampfkunst seine Inspiration am Leben erhalten und weitergeben.

 

Prüfung zum Lakan Lima (28.09.2012)

Der Fachbereich Modern Arnis im ASC Göttingen wurde im September 2001 durch Heiko Dernedde ins Leben gerufen und zählt heute zu einer der größten Modern Arnis-Gruppen bundesweit.

Heiko Dernedde begann sein Modern Arnis Training bereits 1988 bei Michael Jux im Kampfkunst- und Sportverein Bad Sachsa und konnte am 28.09.2012 anlässlich des Best of the West Camps in Dortmund erfolgreich seine Prüfung zum Lakan Lima (5. Dan) im Deutschen Arnis Verband e. V. (DAV) ablegen. Die Prüfung zum Lakan Lima stellt zugleich die letzte im DAV-Prüfungsprogramm definierte Graduierung dar.

Seit dem Sommer 2015 unterrichten wir in Göttingen jedoch ein eigenständiges und vom DAV losgelöstes Ausbildungsprogramm.

Bei der Gestaltung des Göttinger Ausbildungsprogramms ist die jahrelange Erfahrung von Heiko Dernedde als Trainer und Prüfer mit eingeflossen und hat als Ergebnis ein kompaktes und anwendungsorientiertes Konzept hervorgebracht, das sich sehr lebendig und vielseitig unterrichten lässt und auch den EinsteigerInnen schnell erste Erfolgserlebnisse bietet.

Das Göttinger Konzept orientiert sich dabei nur noch lose an dem Prüfungsprogramm des DAV und verfolgt vor allem eine eigene Didaktik, die aber auch die Einflüsse weiterer Modern Arnis-Meister aus den Philippinen oder den USA aufgreift.

Jede Prüfung wird dabei in einen praktischen und einen theoretischen Bereich aufgeteilt. In der Praxis muss der Schüler / die Schülerin zeigen, dass er / sie in der Lage ist, die verlangten Techniken auf einem entsprechenden Niveau umzusetzen. In der Theorie werden technische Fragen sowie historische Daten, Hintergrundwissen, Kenntnisse der Notwehr-Paragraphen und die Wirkungsweise von Nervenpunkten überprüft.

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