Eigene Grenzen wahrnehmen und verteidigen – Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungsseminar für Erwachsene

201801_SelbstbehauptungUnser Trainer Steffen Blickle folgte im Januar 2018 einer Einladung der Elternschaft einer pädagogischen Einrichtung in Göttingen, um ein Seminar mit dem Thema Selbstbehauptung und Selbstverteidigung zu gestalten.

Der Schwerpunkt der ersten von zwei Einheiten lag auf Strategien zur Selbstbehauptung, also der frühzeitigen Erkennung von Konfliktsituationen und entsprechenden Möglichkeiten, die Eskalationsspirale zu durchbrechen.

„Ich möchte, dass ihr die Grundstrukturen eines möglichen Konfliktes versteht, um zu wissen, was ihr, wann macht!“, leitete Steffen Blickle den theoretischen Teil des Seminars ein. Zuerst wurden mögliche Verhaltensweisen von TäterInnen in unterschiedlichen Konfliktszenarien näher beleuchtet, um daraus eigene Handlungsoptionen zur frühzeitigen Konfliktvermeidung abzuleiten. Hier spielte u.a. die „situation awareness“, das verstärkte Wahrnehmen des eigenen Umfeldes, eine große Rolle, um Vorzeichen einer sich anbahnender Auseinandersetzung rechtzeitig wahrnehmen zu können. Darauf folgten weitere Lösungsmöglichkeiten für die unterschiedlichen Stufen eines Konfliktes in den jeweiligen Distanzen zwischen Opfer und TäterIn.

Anschließend wurde die Theorie direkt in die Praxis umgesetzt: Die insgesamt 13 TeilnehmerInnen lernten dabei in PartnerInnenübungen, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und diese sowohl verbal als auch mit ersten einfachen, praktischen Techniken zu sichern. Einige TeilnehmerInnen stellten hier erstmals erstaunt fest, wie viel Kraft und Offensivität sie schon nach kurzer Zeit entwickeln konnten.

In der zweiten Seminareinheit stand die konkrete Selbstverteidigung als letzte Option, wenn alle anderen Exitstrategien versagt haben, im Vordergrund. Das primäre Ziel war jedoch auch hier, schnell wieder Distanz zu schaffen, um aus dem Konflikt aussteigen zu können. Die Grundlage der Verteidigung bildeten dabei die effizienten Techniken der „Philippinischen Kampfkunst“. So lernten die TeilnehmerInnen, die selben waffenlosen Techniken, die sie zuvor als Angriffstechniken kennengelernt hatten, auch als Verteidigungstechniken einzusetzen. Nach einer kurzen Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen in einer Notwehrsituation, lag der letzte Themenschwerpunkt des Seminars auf der Selbstverteidigung mit Alltagsgegenständen. Dabei kamen Haustür- und Autoschlüssel, Stifte und Taschenlampen zum Einsatz, um einen möglichen physischenVorteil des Gegners oder der Gegnerin auszugleichen. Steffen Blickle legte dabei besonderes Augenmerk auf das „mindset“, die psychischen Voraussetzungen, um durch eine kompromisslose Selbstverteidigung eine gefährliche Bedrohungslage abzuwenden.

Nach Abschluss des Trainings konnte sich unser Referent über einen herzlichen Applaus und das sehr positive Feedback von Seiten der TeilnehmerInnen freuen.

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